Logistik optimieren: Wieso sich ein nahtloses SCM positiv auf den Unternehmenserfolg auswirkt

November 14, 2022
Logistik optimieren

Das Thema Lieferschwierigkeiten war selten so aktuell und brisant wie heute: Seit Beginn der Coronapandemie haben sich die Suchanfragen nach diesem Begriff verdreifacht und scheinen das hohe Niveau vorerst zu halten. Erst war das Toilettenpapier knapp, dann das Rapsöl und das Erdgas. Ein guter Anlass, um sich einmal genauer mit dem Supply Chain Management zu befassen und zu überlegen, wie Ihr Unternehmen seine Logistik optimieren kann, um Lieferschwierigkeiten vorzubeugen.

Die aktuellen Lieferschwierigkeiten auf dem Weltmarkt sind auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Die Coronapandemie hat in China mehrfach zu Fabrikschließungen geführt, weshalb es Produktionsrückstände bei technischen Bauteilen, Fahrradkomponenten und vielen weiteren Waren gibt. Der Krieg in der Ukraine hat wiederum dazu geführt, dass der dort geerntete Weizen sowie das dort produzierte Rapsöl nicht ausgeführt werden können – unter anderem, weil Häfen nicht mehr dafür nutzbar waren. Auch dadurch sind Engpässe entstanden. Nicht zuletzt gibt es eine Lieferkrise bei Mikrochips, für die unter anderem der Mangel an benötigten Rohstoffen sowie die hohen Energiekosten bei der Siliziumherstellung verantwortlich sind. Am deutlichsten zeigt sich der gestörte Materialfluss hier am Beispiel einer 2020 auf den Markt gebrachten Spielekonsole, die bis heute nur sehr schwer erhältlich ist.

Inhalt:

Was bedeutet Logistik und welche Teilgebiete umfasst sie?

Die Logistik zu optimieren ist keine kleine Aufgabe, denn hinter dem Begriff verbirgt sich ein sehr komplexes, weit verknüpftes Feld. Sie ist das Herzstück eines Unternehmens, denn ohne Logistik kann letztlich kein Betrieb existieren. Sie umfasst die Warenflüsse innerhalb eines Unternehmens (Intralogistik) und über dieses hinaus; vom Einkauf über die Produktion und Lagerung bis hin zu Vertrieb und Entsorgung. So ist die Logistik entscheidend für die gesamte Wertschöpfungskette. Aus dieser Definition ergeben sich auch die einzelnen Teilbereiche:

  • Beschaffungslogistik: Bei produzierenden Unternehmen umfasst diese den Einkauf von Teilen und Rohstoffen, bei Händlern die Beschaffung von Waren. Optimierungspotenzial im Hinblick auf Ihre Wertschöpfungskette besteht an diesem Punkt in der Wahl der Anbieter; insbesondere mit Fokus auf Qualität, Lieferzeiten und Preise.
  • Produktionslogistik: Dieses Fachgebiet betrifft Waren- und Materialströme rund um die Produktion. Hierbei sind vor allem Effizienz, optimierte Transportwege und niedrige Lagerkosten von Bedeutung.
  • Lagerlogistik: In diesem Teilgebiet stehen die Sortierung und effiziente Verwaltung eines Lagers im Vordergrund. Prozesse und Transportvorgänge sowohl eigener als auch fremder Güter sind Gegenstand der Lagerlogistik.
  • Distributionslogistik: In diesem auch als Absatzlogistik bezeichneten Bereich verlassen Waren Ihr Unternehmen und werden an Ihre Kundschaft geliefert. Dabei sind Zeit, Vermeiden von Transportschäden und effizientes Verpacken wichtige Faktoren.
  • Transportlogistik: Haben Waren das Lager verlassen, gilt es, den Transport hinsichtlich Be- und Entladung, Auslastung und Übergabe möglichst effizient zu gestalten. Dabei sind Themen wie die Datenübertragungstechnik zwischen Akteuren, Fahrzeugverwaltung sowie Transportstrategie von Bedeutung.
  • Entsorgungslogistik: In jedem genannten Schritt, von der Beschaffung bis zum Versand, sowie im Rahmen der weiteren Aktivitäten des Unternehmens müssen unter Umständen Abfälle oder Verpackungsmaterialien entsorgt werden. Sowohl der Transport als auch die kostengünstige Entsorgung dieser Abfälle sind eine logistische Aufgabe.

Jeder einzelne Teilbereich der Logistik sowie auch die gesamte Supply Chain als Teil der Wertschöpfungskette eines Unternehmens bieten Potenzial für Optimierungen. Bei solcher Logistikoptimierung zählt insbesondere die Digitalisierung zu den wichtigsten Methoden.

Wie lassen sich Lieferkette und Logistik optimieren?

Um Logistikoptimierungen erfolgreich umsetzen zu können, sollte zunächst eine Prozessanalyse, also die Untersuchung bestehender Abläufe, durchgeführt werden. Sicherlich können Prozessoptimierungen in einzelnen Teilbereichen sinnvoll sein. Das Thema Logistik muss aber auch immer bereichsübergreifend und als Teil sämtlicher Unternehmensprozesse betrachtet werden. Aus dieser Perspektive ergeben sich Möglichkeiten für entscheidende Verbesserungen, indem Reibungspunkte zwischen einzelnen Schritten abgebaut werden. Ein wichtiges Ziel der Logistikoptimierung ist daher, nahtlose Logistikprozesse entlang der gesamten Lieferkette zu schaffen. KPIs (Key Performance Indicators) für die Optimierungen des logistischen Bereichs zu definieren, ist dabei sinnvoll.

Logistikkennzahlen im E-Commerce

Kennzahlen machen im Rahmen der Prozessoptimierung die Performance einzelner Prozesse mess- und vergleichbar. So bilden sie auch die Grundlage für jede Analyse. Zwei Faktoren sind dafür entscheidend: die Definition relevanter Indikatoren und die Überwachung dieser festgelegten KPIs. Hierfür sollten Sie zunächst die jeweiligen Einzelprozesse genau untersuchen – von der Beschaffung über das Bestandsmanagement bis hin zur Kommissionierung sowie den Durchlaufzeiten für Bestellungen. 

Im E-Commerce etwa sind vor allem Geschwindigkeit, Kundenzufriedenheit und geringe Kosten relevant. Daher spielen Kennzahlen zum Lagerfüllgrad und zur Fehlerquote sowie Zahlen zu Lieferquoten, Versandkosten, Lieferqualität und Retouren eine besonders große Rolle. Erst wenn Sie diese Messgrößen definiert haben, können Sie Prozesse entlang der Wertschöpfungskette datenbasiert optimieren, überwachen und vergleichen.

E-Commerce-Unternehmen profitieren von nahtlosem SCM – Unternehmenserfolg steigern

Die Lieferkette nahtlos zu gestalten und ihre Abläufe zudem optimal in das ERP-System (Enterprise Resource Planning) eines Unternehmens einzubinden, bietet für E-Commerce-Unternehmen viele Vorteile und hilft dabei, Schwachstellen zu erkennen sowie zu beseitigen. Zunächst einmal erfolgt der Bestelleingang in dieser Branche in der Regel digital über einen Onlineshop – es bietet sich daher an, Aufträge gleich digitalisiert und möglichst automatisiert weiterzuverarbeiten, anstatt auf umständliche manuelle Bearbeitung zu vertrauen. Ein weiterer positiver Aspekt eines nahtlosen Supply Chain Managements ist, dass Bestellungen sowohl schneller als auch kostengünstiger verarbeitet werden können. Damit lassen sich hohe Kundenerwartungen an Preise und Lieferzeiten erfüllen.

Ein typisches Praxisbeispiel für nahtlose Automatisierungen wäre, wenn neu angelieferte Waren einen Barcode oder ein RFID-Label erhalten, um über verschiedene Prozesse hinweg schnell auffind- und erfassbar zu sein. Somit wäre ihre Verfügbarkeit sowohl im Lager im ERP-System als auch im Onlineshop einsehbar. Bei Bestelleingang können automatisch der beste Versanddienstleister ausgewählt sowie passende Versandetiketten gedruckt werden. Darüber hinaus wird automatisch eine Nachbestellung beim aktuell günstigsten Anbieter ausgelöst, sobald der Lagerbestand unter einen kritischen Wert sinkt – oder wahlweise, wenn die Angebotspreise derzeit besonders niedrig sind.

So können Sie sich immer sicher sein, dass Bestellungen schnell verarbeitet werden und Ihre Lagerbestände stets nachfragegerecht gefüllt sind. Die Supply Chain läuft also naht- und reibungslos; Effizienzsteigerung und Einsparungen bei verschiedenen Lager- und Geschäftsprozessen ist die Folge. Umsatz und Gewinn können durch diese digitalen Methoden und Optimierungen nachhaltig gesteigert werden.

Mit dem E-Commerce Cloud Booster auf Basis der SAP-Cloud-Lösung die Logistik optimieren

Wenn Sie Ihre Logistik und Logistiksysteme optimieren möchten, empfehlen sich digitale Lösungen, die viele kostensparende Möglichkeiten bieten und auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet sind. Hierbei haben Sie die Wahl zwischen zahlreichen Einzellösungen für bestimmte Fachbereiche Ihres Unternehmens oder einer gut integrierten All-in-One Lösung, wie dem E-Commerce Cloud Booster von dinext. 

Dieser ist ein ganzheitliches benutzerfreundliches System aus Lagerverwaltungssoftware, Finanzbuchhaltungsmanagement und Reporting-Tool auf Basis der SAP Cloud. Der Fokus liegt klar auf dem E-Commerce, weshalb alle Bereiche der Supply Chain – von der Anbindung von Marktplätzen über Paygate-Schnittstellen bis hin zur Integration von Paketdienstleistern – abgedeckt sind. Somit erhalten Sie stets volle Transparenz über verschiedene Maßnahmen, Kennzahlen und Prozesse und bewahren den Überblick. Aus diesen Gründen vertrauen wir in der Praxis immer wieder erfolgreich auf diese Lösung. Erfahren Sie hier mehr über den E-Commerce Cloud Booster.

Wie sieht die Zukunft der Logistik aus?

Die Digitalisierung von Logistikprozessen hält in der nahen Zukunft immer stärker Einzug und hilft Unternehmen dabei, den sich verändernden Herausforderungen zu begegnen und neue Technologien nutzbringend einzusetzen. Warenlager werden durch die Industrie 4.0 zunehmend vernetzter und jedes einzelne Objekt kann in die digitale Datenverarbeitung eingebunden werden. Darüber hinaus kommen zunehmend hoch spezialisierte Roboter, die Mitarbeitende bei der Einlagerung und Entnahme unterstützen, zum Einsatz. Für die intelligente Lieferung wird zudem der Auslieferungsstatus stetig in Echtzeit aktualisiert

In Bezug auf die Supply Chain spielt darüber hinaus nahtlose Integration verschiedener Bereiche und Akteure (Lieferanten, Dienstleister, Produktion, …) eine immer größere Rolle. So ist das Warenwirtschaftssystem der Zukunft auf der Eingangsseite voll in die Systeme der Zulieferer integriert, während auf der Ausgangsseite eine direkte Anbindung zu Speditionsunternehmen besteht. Auch auf diese neuen Entwicklungen sind Sie mit dem E-Commerce Cloud Booster gut vorbereitet, denn er bietet vielfältige Integrationsmöglichkeiten für Payment-Provider, Third-Party-Logistics, Einkauf und Versanddienstleister.

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